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Schlagwort: Terminator 2

  • Great Movies of the ’90s: As Good as It Gets – A Retrospective

    Großartige Filme der 90er: Besser geht’s nicht – eine Retrospektive

    Fünf Filme, die ich meinen Töchtern wohl irgendwann aufschwatzen werde.


    Also, jede Liste guter, interessanter und denkwürdiger Filme der 90er würde ellenlang sein. Klassiker wie: Forrest Gump, Good Will Hunting, Der mit dem Wolf tanzt oder Kevin - Allein zu Haus würden jedem in den Sinn kommen.

    Hier kommen Blockbuster-Klassiker, aber auch leise Indie-Filme. Die 90er waren (m)eine Explorer-Dekade in jeder Hinsicht und Kinofilme waren wichtige kulturelle und Entertainment-Highlights.

    Apropos Kino: ja, in der Zeit war der Gang ins Kino ein kleines Event: mit Freunden oder sogar alleine. Als sozialer Bestandteil wurde der Film noch in einer Kneipe ausgewertet und dann heim.

    Was willst Du auch anderes machen, als Jugendlicher, im Erzgebirge?

    Clubkino Siegmar, die Freilichtkinos im Vox oder AJZ oder das Luxor Cinestar waren so Anlaufpunkte für einen Dorfjugendlichen wie mich, nur des Lokalkolorits wegen.


    The Game

    Um jetzt nicht noch ein streitbares, auf Geschmack basierendes und belangloses Ranking zu liefern, habe ich mich gefragt:

    • Welche Filme hallen bis heute nach? Einige habe ich später noch ein paar Mal gesehen, aber die tiefste Erinnerung kommt immer noch vom ersten Mal. Und die, die in der Birne blieben, sind schon mal automatisch im Ranking.
    • Warum haben die nachgehallt? Dieser Punkt geht auf Szenen, Momente und die Bedeutung für mich ein.
    • Wie war mein Zugang zu diesen? Habe ich aus den Medien davon erfahren, bin ich selber darauf gekommen oder war es reiner Zufall.
    • Würde ich meine Töchter später mal damit nerven, diesen Film zu schauen? Hier kommt die Frage, die entscheidend ist. Manche Sachen fallen aus der Zeit, manche bleiben zeitlos. Fight Club, hat mich beim ersten Wiedersehen nach 25 Jahren geschockt, wegen seiner naiven und aufgesetzten Rebellion. Damals habe ich dem Film im Kino applaudiert, stehend, als Einziger. War mir egal, war geflasht davon.

    Out of Sight

    Also, aus diesen vier Fragen sind die ersten fünf Filme zustande gekommen, die ich nun hier aufführen möchte. Bitte verzeiht mir, wenn z.B. Titanic nicht dabei ist – ein absolutes Meisterwerk und Dickschiff ohne Zweifel, auch aufwühlend und plättend.
    Aber obwohl der Film absolutes Kulturgut ist, hat bei mir persönlich da nicht so viel nachgehallt im Laufe der Jahre.

    Deswegen hier eine absolut individuell eingefärbte Liste zum Ärgern, Wundern, Staunen, Abwinken oder Revue-Passieren-Lassen.


    First Strike


    1. Léolo

    Geschichte eines pubertierenden Jungen, der in einem kanadischen Armenviertel der 50er Jahre aufwächst und fantasiert, Italiener zu sein.

    Was ist Fiktion, was psychotischer Schub, was Erinnerungsfetzen?

    Schwer zu sagen,

    jedenfalls gespickt mit schrägen und deftigen Szenen.

    Léolo collage: a daydreaming boy, a Sicilian tomato and a Montreal tenement in a poetic grunge 90s style
    "Weil ich träume, bin ich nicht."

    Nachhall: ja, denke bei dem Film immer an filmische Poesie – hier ist wirklich Lyrik auf Zelluloid gebannt, ein ganz besonderes Kunstwerk.

    Zugang: auf Empfehlung eines guten, zutiefst kulturstiftenden Freundes. Schon allein deswegen besonders.

    Empfehlung als Vater: ja, aber erst, wenn die Pubertät schon ein bisschen fortgeschritten ist, definitiv nichts im Bereich FSK 6 und es ist auch geistig schwere Kost.

    Noch etwas Trivia: Regisseur und Autor Jean-Claude Lauzon kam 1997 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Der Film nimmt deutlich Bezug auf Réjean Ducharmes Roman L’Avalée des avalés, der auch innerhalb der Geschichte eine wichtige Rolle spielt. Dazu fließen Erfahrungen und Gefühle aus Lauzons eigenem Leben ein.

    Sehr metaphorisch, sehr kreativ, mit enormer Deutungstiefe.

    Deshalb ist Léolo für mich “poetry in motion (picture)” – filmische Poesie.


    2. The Big Lebowski

    Althippie verstrickt sich durch eine Reihe dämlicher Zufälle in eine halb Gangsterstory, halb L.A.-Künstlerszene-Odyssey.

    The Big Lebowski collage: a bathrobed slacker, bowling pins and a White Russian in a grunge 90s L.A. style
    „Er (der Teppich) hat den Raum erst richtig zusammengefügt.“

    Nachhall: Obwohl ich den Film später noch öfter gesehen habe, blieb bei mir „I hate the fucking Eagles“ im Hirn haften, Donnies Asche im Gesicht und des Dudes stoische „Leck-mich-am-Arsch“Stimmung.

    Und dass Amerikaner die Deutschen darin gut und gerne nachäffen.

    Zugang: typischer Kino-Gang mit meinem Kumpel. Ich denke, keiner war vorbereitet (außer Coen-Brüder standen für Muss-Gut-Sein),

    es war eher Zeitvertreib „gehen wir mal ins Kino“.

    Wir haben herzlich gelacht, das weiß ich noch.

    Ob der Abend in der Kneipe endete, keine Ahnung.

    Empfehlung als Vater: ja, als Kultfilm.

    Ob meine Töchter jemals verstehen, warum das witzig sein soll, who knows.

    Vielleicht erweisen sich Charme und Flow des Films als zeitlos.


    3. Terminator 2: Judgment Day

    Der T-800 ist diesmal Beschützer von John Connor – gegen einen übermächtigen Feind: den T-1000, ein neues und gefährlicheres Modell.

    Actionreicher und spannender Thriller mit „Späschel Äffekts“.

    Terminator 2 collage: a chrome cyborg with a glowing red eye, a skull and apocalyptic fire in a grunge 90s style
    „Ich will deine Kleider, deine Stiefel und dein Motorrad.“

    Nachhall: Ich habe ihn danach kein einziges Mal wieder am Stück gesehen,

    aber immer jeden Schnipsel begierig aufgesogen, wenn er zufällig im TV kam.

    Zugang: Medien-Hype Ende 1991.

    Wir alle wollten ins Kino.

    Und so gingen wir.

    In Scharen,

    auf Mopeds.

    Ich kann mich erinnern, dass das Kino im Nachbarort rappelvoll war, die halbe Klasse drin saß und Nebelschwaden von Zigaretten das Licht des Projektors durchbrachen.

    So muss Kino.

    Geiler Moment, geiler Film.

    Empfehlung als Vater: Ja, würde mich auch interessieren, wie meine Töchter drauf reagieren.

    Oder aber: Irgendein Skynet in der Realität hat den Film inzwischen ad absurdum geführt, oder ihm angesichts knallharter Realität seinen dystopischen Charme genommen.

    Dann werden sie mich fragen:

    ihr habt das alles vorher gesehen und nichts gemacht?

    Vielleicht doch keine gute Idee.


    4. Pulp Fiction

    In ineinander verwobenen Erzählsträngen erzählte Gangsterpistole, die mit Dialogen, Musik, Gewalt und verdammt viel Stil arbeitet.

    Ein Meisterstück von Tarantino.

    Pulp Fiction collage: smoking woman, two men in suits, a briefcase of cash and a gun in a grunge 90s Los Angeles scene.
    „Sag noch einmal ‚Was‘! Sag noch einmal ‚Was‘! Ich warne dich, ich warne dich doppelt, du kleiner Schwanzlutscher! Wag es, auch nur noch ein einziges Mal ‚Was‘ zu sagen!“

    Nachhall: Vor allem der Soundtrack, die Coolness und diese vollkommen eigene Atmosphäre sind geblieben.

    Ein Film, den ich auch heute noch einschalten kann und der sofort wieder funktioniert.

    Zugang: Den großen Hype habe ich damals natürlich mitbekommen – gesehen habe ich den Film aber erst deutlich später, vermutlich 1997 oder so.

    Also kein legendärer Kinoabend, keine besondere Geschichte drumherum.

    Einfach irgendwann nachgeholt.

    Und trotzdem verstanden, warum alle davon gesprochen hatten.

    Empfehlung als Vater: Ja.

    Schon allein als Stück Film- und Popkultur der 90er.

    Ob meine Töchter irgendwann dieselbe Coolness darin sehen wie ich, ist eine andere Frage.


    5. Lost Highway

    Tja, worum geht’s?

    Nicht so einfach zu beantworten.

    Man kann sich nur einlassen auf diese Reihung von Metaphern, Gestaltenwandlungen und Thrill- und Schockszenen von Lynch.

    Lost Highway collage: a night highway, a pale mystery face and noir neon in a dark grunge 90s style
    „Ich erinnere mich an Dinge auf meine eigene Art."

    Nachhall: "Ich bin in Ihrem Haus. Rufen Sie mich an."

    Da kriecht mir jetzt noch ein Schauer den Rücken hinunter.

    Und hier weiß ich, dass ich danach in einer Kneipe war und das Nachäffen der Szene meines Kumpels mich wieder aus dem Schock geholt hat.

    Zugang: Mit einer Gang wieder mal ins Luxor-Kino gefahren und einfach den rausgesucht

    (es gab immer wieder ein paar Indie-Filme im ganzen Blockbuster-Reigen, man konnte also nichts falsch machen, dorthin zu fahren)

    und dann leicht verstört rausgekommen.

    Empfehlung als Vater: nun ja, vielleicht so als Nummer

    „Kuck mal, was für krasse Filme Dein Vater gekuckt hat damals“,

    um sie etwas zu beeindrucken.

    Noch etwas Trivia: Lost Highway war für Rammstein ein wichtiger Türöffner in den USA. In der Szene, in der Andy nach seinem ziemlich unschönen Abgang im Glastisch landet, knallt „Heirate mich“ rein.

    Und genau so habe ich das in Erinnerung:

    Das Ding schlug an dieser Stelle ein wie ein Vorschlaghammer.

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    Und jetzt du: Welcher 90er-Film hallt bei dir bis heute nach — und warum? Ab damit in die Kommentare.