Irgendwo zwischen MySpace und dem Vaterdasein tauchte der Algorithmus auf.
Ich gehöre zu den Internet- und Social Media Veteranen: 1995 Internet mit Modem, StudiVZ, ICQ, myspace, irgendwann Facebook. Nie Twitter, unbeholfen Instagram, auch mal Google Plus. Nicht als Early Adopter oder Trendsetter, eher Mitläufer, aber immerhin nie als letzter Depp.
Und im Prinzip haben mir diese Ausflüge Freude bereitet: organischer Aufbau von Communities, Verbindungen knüpfen, alte und neue Freunde entdecken.
Push The Feeling On
Aber immer wenn ich versucht habe, Ideen und Projekte organisch zu promoten, lief es frustrierend.
Heute weiß ich, dass ich mich wie in der Dorfdisco in den frühen 90ern benommen habe: immer mit denselben Kumpels zur selben Party gefahren, um die selbe Crowd zu treffen und ein bisschen sinnlos feiern… und das lief auch in den Plattformen okay (by the way, what the fuck happened to Facebook 😂) nur nicht in Richtung viraler Über-Nacht-Erfolg.
Connected
Wie es besser laufen könnte, da sind ja nun ChatGPT und Claude nie um Profi-Ratschläge verlegen. Und schon kommt wieder der Reflex auf, mich (semiprofessionell) in den Sog der Social Media-Aufmerksamkeitsmaschine zu stürzen.
Aber ich weiß, wie erschöpfend und persönlichkeitsverändernd das sein kann, zeitfressend sowieso.
Deshalb muss ich mich immer zurückholen:
„es ist ein Hobby!“
und
„den Kindern nützt ein anteilnahmevoller und aufmerksamer Vater mehr!“
(auch wenn, letzteres - ganz ehrlich - auch anstrengend ist, aber diese jungen Jahre gibt keiner einem zurück).
So interessant auch das kreative Herumspielen sein mag oder die Interaktion mit Followern ist (wenn sie mal geschieht), echte Verbindungen sind einfach gehaltvoller, schon allein wegen den vielfach breiteren Kommunikationsebenen (Lächeln, Seitenblicke, Spott, Grinsen).
Und wenn man im Leben schon einige echte Verbindungen verloren hat, weiß man auch wie wertvoll gemeinsam verbrachte Zeit ist.
Zeit gibt einem auch niemand zurück
Even Flow
Tja, das ist nun mal der Zwiespalt mit der Aufmerksamkeitsmaschine.
Aber das krieg’ ich auch noch hin, ist ja nicht der erste Trade-Off, den ich handlen musste.
Und selbst, wenn diese kleinen Dopamin-Drips so toll sind: kaufen kann man sich nichts davon.
Die beste Lösung wäre, Daddy Grunge geht sofort viral.
Dann kommt kein schleichender Sog auf, sondern ein mit allen Mitteln einzudämmender Rausch.
Ach Mensch,
am liebsten würde ich darüber bei einem Bierchen mit echten Menschen philosophieren…
Ein Gen-X Daddy


Schreibe einen Kommentar