…und der Kommerz immer gewinnt.
Wear Sunscreen
Zurzeit ist es sehr heiß in Deutschland. Heißer als nie zuvor da gewesen, seit Messung meteorologischer Daten. Und in der Wissenschaft gibt es den Konsens, dass durch wachsenden fossilen Ausstoß sich die Erdatmosphäre erhitzt. Der Klimawandel ist quasi hausgemacht, durch die Industrienationen und Leuten wie mir, die einen weiteren POD-Online-Shop eröffnen.
Schon in den 90ern war der Menschheit klar, dass dem global entgegengesteuert werden müsste. Eine Generation später sind Gesetze und Richtlinien in Kraft, die auf diese Beschlüsse zurückgeführt werden können und die die Benutzung von fossilen Brennstoffen und die Freisetzung von Klimagasen immer gezielter besteuern.
Das treibt natürlich Energie- und Konsumpreise, stellt die Leute hierzulande bei großen Anschaffungen (Auto, Wärmepumpe) und im Alltag vor Komplexitäten, die sie wütend werden lassen. So stark, dass unter anderem auch deswegen Populismus wieder auf fruchtbaren Boden fällt.
The Show Must Go On
Es kann ja auch nicht sein, dass wir hart erarbeitete, lieb gewonnene Routinen, wie z. B. zweimal in den Urlaub fliegen oder T-Shirts aus Bangladesch online bestellen, überdenken oder gar opfern müssen.
Und immer weiter geht der Konsum, als ob es kein Morgen gäbe. Und wehe, Benzin oder Energie wird teurer.
Dieser Rausch, nach 2001 noch mit neo-nationalistischen Anklängen versehen, geht einher mit einem globalen Kapitalismus. Der scheint zwar gerade in immer brutalere (Rohstoff-)Konflikte zu geraten und dennoch kein Innehalten zu finden. Klar, eine große Bevölkerungsschicht außerhalb des glorreichen Westens kommt gerade in Wohlstandssphären, die sie um keinen Preis aufgeben möchte.
Killing in the Name
Somit kämpfen immer mehr Menschen um begrenzte natürliche Ressourcen, verschwinden immer schneller natürliche Lebensräume von Tieren und Pflanzen, steigen Energie- und Wohnpreise (auch Baustoffe sind Rohstoffe) und wird die Stimmung rauer, hitziger - alles unter der sich weiter aufheizenden Käseglocke unserer Atmosphäre.
Braucht es da noch eine Marke, die aus einem POD-Shop heraus T-Shirts mit 90er-Motiven um die Welt shippt?
Ganz sicher nicht.
Warum tue ich das trotzdem?
Zumal es wenig mit dem 80er-Kid zu tun hat, das immer das mahnende Ende von Tierfilmen verinnerlichte, dass der immer kleiner werdende Lebensraum die faszinierenden Geschöpfe vom Aussterben bedroht.
Der als Teenager nie die nicht endende Party namens Love Parade verstanden hat, weil sie dem Tanz auf dem Vulkan glich.
My Favourite Game
Heute weiß ich, all das hat viel mit dem Leben zu tun:
Der eine steckt viel Geld in einen Youngtimer, fährt ihn einmal im Jahr zum Treffen mit gleichgesinnten Bastlern und poliert ihn ansonsten nur.
Ich mache halt gern Musik und verbinde alles, was ich im Leben einigermaßen kann (entertainen, zeichnen, songwriten, Content erstellen) zu einem Projekt.
Das Finanzamt nennt so etwas Liebhaberei.
Der Volksmund nennt es Spleen.
Das habe ich erst jetzt verstanden - „jedem Tierchen sein Pläsierchen“ oder „leben und leben lassen“.
Vielleicht lenkt das kollektive Song-Erinnern von Krisen oder schlechtem Gewissen ab.
Wir brauchen Besinnung,
eine Pause
und mehr Zuversicht.
Ein Scheiß-T-Shirt wird die Welt nicht retten.
Vielleicht macht es sie sogar ein winziges bisschen schlechter.
Aber möglicherweise auch für einen Moment lustiger.
Und solange keiner groß kauft, hat Daddy Grunge keinen moralischen Konflikt am Hals.
So, let the fuckening begin.


Schreibe einen Kommentar